Samstag, 4. Februar 2012

Redribbon Foxes

Wer hätte das gedacht, da wache ich auf, schaue aus dem Fenster, kein Sonnenschein wie gestern, stattdessen große weiße Flocken...

Nachtrag:

Keiner meiner neuen Mitbewohner will auch nur einen Schritt vor die Tür wagen...

"Anyone who wants to go to the gym?"
"We cannot go to the gym."
"Why not?"
"Because it's snowing."

A Fine Frenzy - Red Ribbon Foxes

http://www.youtube.com/watch?v=eGgfr3qNTfc

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Almudena and Nicola
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Donnerstag, 2. Februar 2012

SalfordManchesterSalfordManchesterSalfordManchester

Wie im Traum, bin ich auf einmal da. Zeit für große Erwartungen und Vorfreude gab's nicht. Nun sitze ich in meinem Zimmer im Castle Irwell Student Village. Klingt toll. Castle. Ein Schloss ist es leider nicht. Aber, das kann es ja noch werden.

Ruckzuck war ich dann auch schon hier. Vor zwei Tagen habe ich noch die Seminararbeit abends im Monster abgegeben. 22 Uhr: Reinhold, Thomas und Katja stehen vor dem G40. Dunkel und verlassen liegt es vor uns. Ein Wärter ist nicht in Sicht. Einmal umrundet, immer noch keiner. Unsere Deadline: noch 10min. Und dann, wie aus dem Nichts, erscheint nach etlichen Malen klopfen der Nachtwächter. Was für ein Glücksgefühl. Nett wie er war, verstand er meine Situation ohne große Erklärungen und ließ mich hinein – hinein ins große dunkle Haus. Wie der Beginn eines Horrorfilms. Im Gebäude 40 möchte ich nachts vorerst nicht wieder sein. Schon gar nicht in den unbeleuchtenden Gängen im 3. Stock. Allein. Was man nicht alles auf sich nimmt, um seine Hausarbeit "rechtzeitig" abzugeben...

Nach diesem Abend, einem langen Morgen im Bett, hieß es Taschen bzw. RiesenDreiMeterRucksack für vier Monate packen. Keine leichte Aufgabe. Dank Fine, Steven und Thomas und den legendären Vakuumbeuteln alles noch geschafft. Auf's Gramm genau.

Verabschiedungsabende sind nie lustig.

Um sieben klingelte der Wecker. Anruf von Leena und Nisse um acht und schon war ich im Zeitverzug. Aber, diesmal ist die Bahn mit Katja UND Gepäck gereist. Muss ja auch nicht immer so sein. Dann noch goldene zehn Minuten mehr am Gleis. Wie im Film. Abschiedsszenen kennt jeder.

So ruckelte ich auf und davon gen Bremen, der Schnee lag noch auf den Feldern und glitzerte in der Morgensonne ... und ich schlief ein UND verpasste beinahe den Ausstieg. Gut, dass mein inneres Gefühl ab und zu auf mich aufpasst. Die schlaftrunkene Konservation mit meinem Vordermann lautete ungefär so:

"Entschuldigen Sie, wo sind wir denn gerade?"
Der Mann antworte: "In zwei Minuten in Bremen."
Zwei Minuten später stand ich dann tatsächlich auf dem Gleis. Merke: Nächstes Mal lieber einen Wecker stellen, wer weiß, ob dann nicht auch das innere Gefühl mal verschläft...

Ewig viel Zeit in Bremen, gefühlt durch den halben Flughafen gelaufen, Erinnerungen an RIGA als ich in die Ryanair Halle kam und nach gut zwei Stunden, einem klassischen Check In mit nochmal 2kg in die Manteltaschen stopfen, war ich dem Flieger schon ein wenig näher gekommen. Für 18 Euro nach MCR.

Viele liebe Gespräche vor dem Abflug.

Fensterplatz und nach Fines wunderbarer Stulle kurz nach dem Abheben auch schon wieder eingenickt. Keine Stunde später, fast gelandet. Oberhalb der Wolken Sonnenschein, unterhalb der Wolken, wie auch anders zu erwarten – erfüllen sich die Stereotype – keine Sonne, Regenwolken und man beginnt sich sofort Gedanken übers Wetter zu machen...

Mit Taxi zur Uni gefahren. Hat man auch nicht jeden Tag. Und dann auch noch von der Uni bezahlt bekommen.

Angekommen, hab ich an der Rezeption die Schlüssel von zwei reizenden Empfangsdamen entgegen genommen und gleich einen meiner Hausmitbewohner getroffen. "Hemppa" aus Helsinki. Ich hab schon fast alle kennengelernt, nur die Namen konnte ich mir bisher noch nicht merken. Eine bunte Mischung ist es alle Mal. Ein Franzose, zwei Polen, eine Spanierin, zwei Italienerinnen, ein Engländer, zwei Polen, eine Türkin und eine Deutsche. Wird sicher ne schöne Zeit.

Mein 500 Euro Zimmer ist vor allem eins. Klein. Und unschönerweise im Erdgeschoss, sodass es mit Gittern versehen ist und jeder sehen kann, was Frau Sinko macht. Naja, ich seh dafür ja auch alle anderen. Vorhangsdingsbums gibt es auch, nur fühlt man sich dann sehr einzelzellenmäßig. An sich aber doch sehr ausreichend. Ich hab ja auch nicht vor den Großteil meiner Zeit in meinem Zimmer zu verbringen.

Zum Abendbrot gab es erst mal ne Pepsi und Walkers potato crisps. und nen crispy chicken wrap – was anderes konnte ich vorerst nicht ausfindig machen...

So, nach langen Reisen ist man gewöhnlich müde. Morgen geht's mit den Mädels aus meinem Haus in die Stadt. Unter anderem wollen sie zu ALDI. Da musste ich doch kurz schmunzeln...

Eine gute Nacht wünsche ich.

Nachtrag:

Gegen eins klopfte es an meiner Tür und ich wurde gefragt, ob ich nicht auch Lust habe auf nen Film. So saßen wir alle zusammengeengt in einem der kleinen Zimmer auf dem Bett und dem Fußboden und schauten eine amerikanische Komödie, die alle zum Totlachen fanden. Gummibären und Popcorn gab es auch. Ein schöner erster Abend. Ein herzliches "Welcome" bekam ich vor dem Schlafengehen und schon strömten alle müde in ihre Zimmer.

Dienstag, 30. August 2011

Blue Skies

This is a song for anyone
With a broken heart
This is a song for anyone
Who can't get out of bed

I'll do anything
To be happy
Oh cause blue skies are calling
But I know that it's hard

This is the last song
That I write
While still in love with you

This is the last song
That I write
While you're even on my mind

Cause it's time to leave
Those feelings behind
Oh cause blue skies are calling
But I know that it's hard

I don't think that it's the end
But I know we can't keep going
I don't think that it's the end
But I know we can't keep going

But blue skies are calling
Oh yeah blue skies are calling
Oh blue skies are calling
But I know that it's hard

by Noah and the Whale


Ich bereue nichs,
keinen einzigen Tag.
Keins der vergangenen Jahre.

Freitag, 19. August 2011

Rostock...

Nach zwei Wochen Schweden, einem wunderbaren Dockville Festival zusammen mit Alice und Monty, viel Schlamm und viel guter Musik, ist mal wieder Rostock angesagt. Mit im Gepäck: Tini. Nach einer holperigen Herfahrt mit Bahnverpassen vom Feinsten wie im Film, sind wir dann tatsächlich am Mittwoch nach einer sehr gut bestandenen Prüfung der Tini nach Rostock gefahren. Am gleichen Abend ging's dann noch mit dem Auto nach Warnemünde an den Strand. Auch wenn die Sonne nicht wirklich schien und sich stattdessen vielmehr hinter den Wolken versteckte, haben wir uns doch ins Wasser getraut. Unglaublich schön.
Schön schön. Und doch, stinkt Tini ab und zu. Na ein Glück, ist sie gerade duschen :D

Dienstag, 9. August 2011

Sista kvällen i Stockholm

Underbara Stockholm! Hach, ich liebe diese Stadt jetzt schon. Das nach nur vier Tagen. Es gibt so viel zu sehen. Aber das allein würde nicht ausreichen. Nein, diese Stadt, hat etwas ganz Besonderes. Charakter. Sie ist unglaublich schön und egal wo man entlangfährt oder schlendert, ich habe das Gefühl jeden Moment aufnehmen zu wollen, einziehen zu wollen, niemals zu vergessen. Ob es der Weg entlang am Hafen, durch die Altstadt, über den Sergels Torg, durch den Djurparken. Und dann immer wieder die einzigartig schönen Häuser im Hintergrund, so weit das Auge reicht...
Gestern strahlte die Sonne nur so, sodass wir uns für eine zweistündige Bootstour mit dem Namen „Under Stockholms Broar“ entschieden. So führte uns das Boot von Brücke zu Brücke, über die Ostsee bis zum Mälaren, Schwedens viertgrößten See. Herrlich schön war das. Vom Wasser aus sollte man Stockholm definitiv nicht missen. Eine Stadt auf 14 Inseln. Das hat nun nicht wirklich jede Stadt zu bieten und macht Stockholm zu dem was es ist.

Nach einem leckeren Mittag in der Stockholmer Innenstadt auf der Drottninggata haben wir uns gestärkt mit den Fahrrädern Richtung Insel Djurparken gemacht. Dort gibt es nicht nur den Erlebnispark, sondern auch das überall in Schweden bekannte „Skansen“. Ein Freilichtmuseum der Superlative. Mit Häusern aus allen Regionen Schwedens, Schwedens Flora und Fauna und natürlich der „Allsång“-Bühne. Allsång – übersetzt: Lied für alle. Ein Phänomenen für sich. Wie für Deutsche der Tatort. Im Sommer findet, ich glaube vier Mal, jeden Dienstag Allsång statt. Liveübertragung einer Musikshow für jung und alt. Mit hauptsächlich schwedischen Künstlern. Im Programmheft findet man den Text und alle singen mit. Auch zuhause vor dem Fernseher – Leena und Nisse zumindest. Klingt komisch, ist aber irgendwie komisch und halt typisch Schwedisch.
Jedoch waren wir Montag dort und nicht Dienstag, sodass wir dieses Spektakel nicht miterlebt haben. Fernseher reichte uns dann doch ;)
Nachdem wir nun etliche Häuser, Elche, Wölfe, Bären und kleine Luxe gesehen haben, schwangen wir uns noch für eine Fahrradtour querbeet über die Insel auf’s Fahrrad und genossen ein wenig den abendlichen Blick auf Stockholm.

Fix und fertig im Hostel angekommen, entschieden wir uns für einen Film. Stieg Larssons „Verblendung“. Einer der bekanntesten und beliebtesten schwedischen Autoren, dessen Triologie verfilmt wurde und auch bei uns in den Kinos lief. Zurecht. Krasser Film und wirklich gute Story. Ein hochklassiger Thriller, den man gesehen haben muss.Hab mich fast schon ein wenig geärgert, dass Buch nicht gleich auf Schwedisch gelesen zu haben. Aber es gibt ja noch zwei weitere Teile...

Am nächsten Tag musste es ja nun endlich geschehen. Stockholm ist für Skandinavien sowas wie eine Modemetropole. Also, früh aus dem Bett um dann die Innenstadt unsicher zu machen. Nach einer Verschnaufpause sind wir dann nochmal nach Södermalm gefahren, und so bin ich mit Mutti noch einmal den Monteliusväg entlang gelaufen. Bei Tag verliert er viel von seinem irgendwie magischen Charakter. Lag vielleicht auch am kleinen Regenschauer. Die Sonne kann ja nicht nur scheinen...
Auf dem Rückweg saßen wir noch ne ganze Weile am Kai und haben den Wellen der Ostsee zugeschaut und unseren Shopping-lahmen Füßen eine Auszeit gegönnt. Bei diesem Ausblick, nicht nur schön für die Füße.

Morgen früh geht’s schon wieder nach hause. Eins ist gewiss, dieser Besuch war nicht der letzte. Diese Stadt hat mich in ihren Bann gezogen.

Sonntag, 7. August 2011

Nordens Venedig

Seit anderthalb Tagen bin ich also nun im Venedig des Nordens. Es hat sich bestätigt. Stockholm ist unglaublich. Bedenkt man allein, dass es auf, ich glaube, 14 Inseln verteilt liegt, getrennt durch die Ausflüsse der Ostsee, jedoch alle dicht beieinander. Als ich gestern ankam habe ich mich nach kurzem Durchschnaufen im Hostel auf den Weg gemacht. Mit einer Karte in der Hand, einem Bahnticket und drei Wörtern: Gamla Stan und Monteliusvägen. Gamla Stan ist die Altstadt Stockholms und eins der ersten Ziele, wenn man Stockholm besucht. Eine Insel, auf der man sich ein paar Jahrhunderte zurück versetzt fühlt, umgegeben von alten hanseatischen Häusern und natürlich dem königlichen Schloss. Nachdem ich die Kopfsteinpflasterstraßen beleuchtet durch die Abendsonne entlangschlenderte, so ganz allein, mit Yann Tiersen im Ohr, war das schon irgendwie schön. Man ist wie ein stiller Beobachter, fühlt sich unendlich frei und teilweise glückselig. Danach bin ich zwei Stationen weitergefahren in das „hippe“ Södermalm, das ehemalige Arbeiterviertel, dass sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat und vor allem durch jugendlichen Einfluss bestimmt ist.

Als nächstes hatte ich den Monteliusvägen im Kopf. Ein Geheimtipp von Hans, bestätigt von den anderen, die ich nach Stockholms schönsten Plätzen gefragt hatte. Ich hatte noch in Erinnerung, dass dieser einen einzigartig schönen Blick über Stockholm gewähren sollte. Gespannt war ich. Eingezeichnet ist dieser auf keiner Karte. Er ist halt ein Weg, keine Straße. Irgendwie geheimnisvoll, romantisch. Immer der Nase lang, habe ich ihn relativ schnell gefunden und mir wurde nicht zu wenig versprochen. Es dämmerte bereits als ich in den Weg einbog und nach ein paar Metern wusste ich weshalb man diesen Weg in Stockholm gegangen sein musste. Überwältigend schön. Man möchte sofort verharren und sich wegträumen. So saß ich da, genoss den Blick und hörte Amélie’s Musik. Vollkommen glücklich und zufrieden bin ich ihn bis zum Ende gelaufen. Obwohl gestern auf den großen Straßen überall Menschen unterwegs waren, lief mir kaum eine Menschenseele in den Seitenstraßen über den Weg, was irgendwie seinen Reiz hat.

Noch gut zwei Stunden hatte ich Zeit mir die Zeit zu vertreiben, um meine Mutti von der Centralstation abzuholen. So bin ich noch ein bisschen durch das Viertel Södermalm gelaufen, habe das ein oder andere freundliche Gesicht gesehen und bin dann mit matten Füßen, und sehr glücklich, ins Bett gefallen.

Heute war nichts von den abendlichen Sonnenstrahlen des Monteliusvägen zu sehen. Stattdessen nieselte es fast den ganzen Tag bzw. schüttete es aus Eimern. Dem Wetter trotzend, haben Mutti und ich uns dann aber doch entschieden, für die nächsten drei Tage ein Fahrrad auszuleihen, was sich dann doch sehr bewährt hat, da man so viel von Stockholms schönen Hasselbach-ähnlichen Straßen sieht.

Ich merke, wie mir immer wieder die Augen zufallen und belasse es mit einem lieben nächtlichen Gruuuß.

Freitag, 5. August 2011

Sista kvällen

Auch heute sitze ich wieder in meinem Bett, es ist kurz vor zwölf. Mein letzter Abend bei Leena und Nisse. Schön war’s. Sehr schön. Schweden – die Wälder, die Seen, die Flüsse, die Sonne, die Wärme, die überwältigende Schönheit der Natur, aber vor allem, die Ruhe und Gelassenheit, die man hier an den Tag legt, werde ich sicher vermissen.

Morgen Mittag geht’s nach Stockholm. Darauf freue ich mich riesig. Ich war erst einmal dort und die Stadt wird sicher nicht umsonst „Nordens Venedig“ genannt. Ich bin gespannt.

Gestern waren wir Pfifferlinge sammeln und haben dann fast den ganzen Tag entspannt. Mit dem Sommerfänger bin ich auch fertig. Kein Wunder bei der kaum auszuhaltenden Spannung. ;)
Am Nachmittag habe ich mich mit einer Freundin getroffen. Nach drei Jahren hat man sich doch Einiges zu erzählen. Vor allem, wenn man ganz entspannt am See liegt, wo keine Menschenseele ist. Das Wasser war keineswegs kalt. Abends wurde gegrillt – Elch ;)
Nach einer kleinen Partie Kubb mit den Nachbarn, lagen wir drei im Bett und haben uns Geschichten vorgelesen. Die zwei sind wirklich Familie für mich.

Heute waren wir zum großen Essen bei Freunden eingeladen. Hach, „det gamla gänget“ – die alte Gang sozusagen. So ist das mit Pensionären. Man trifft sich, erzählt alte und neue Geschichten und nebenbei wird herrlich gegessen. Und jedes Mal fühle ich mich unglaublich wohl mit den „alten“ Herrschaften. Oftmals viel interessanter als Menschen in unserem Alter. Vor allem, eins, weise.

So, damit ich morgen nicht verschlafe, wenn ich meine Mutti von der Zentralstation in Stockholm gegen halb eins abhole, muss ich noch ein paar Stunden Schlaf bekommen.
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Hej hej and hello!

Seit sechs Jahren gibt es schwedenblogen mittlerweile. Damals brach ich auf um als Austauschschülerin die schwedische Mentalität kennen und lieben zu lernen. Heute bin ich als ERASMUS-Studentin in Manchester und berichte von Erfahrungen, Erlebnissen und den kleinen und schönen Dingen des Alltags.

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